Die fleissigen Bloggleser unter euch haben sicherlich festgestellt, dass wir zu Beginn dieses Jahres unsere Auslandbemühungen forciert haben. Lange haben wir unsere Aktivitäten auf die Schweiz konzentriert. Doch in Zukunft möchten wir auch im Ausland aktiver werden. Aus diesem Grund besuchten wir im ersten Quartal 2010 zwei Messen in Deutschland. Detaillierte Informationen zu den Messen “thekey.to” und “Blickfang Stuttgart” findet ihr an anderer Stelle auf dem Blog.
Dieser Artikel hier fasst die gemachten Erfahrungen im Zusammenhang mit Export und Messeauftritten im Ausland kurz zusammen. Er soll quasi als kleines Einmaleins für andere Kleinunternehmen dienen, die sich in die grosse, weite Welt ausserhalb der Schweiz wagen. Falls jemand von euch andere Erfahrungen gemacht hat oder bessere Wege kennt, bitten wir dich diese uns mitzuteilen.
Bereits vor der Messe im Januar in Berlin haben wir uns über das Internet versucht schlau zu machen, wie wir unsere Ausstellungsware nach Deutschland und wieder zurück kriegen. Das Problem dabei war, dass von den vier Messetagen nur ein Tag ein öffentlicher Verkaustag war. Es war also damit zu rechnen, dass wir einen Grossteil unserer Produkte wieder mit nach hause nehmen würden, aber eben nicht alle. Aufgrund mangelnder Zeit haben wir keine ideale Lösung für die Verzollung gefunden, weshalb wir uns dafür entschieden, die Waren mit dem Flugzeug nach Deutschland einzuführen und uns dann am Zoll in Berlin durchzufragen. Wir gingen dabei das Risiko ein, schlimmstenfalls ohne Produkte an der Messe zu stehen. Wie es uns im Detail dabei ging, kann hier nachgelesen werden: “Thekey.to (-1)”
Fazit: Wir mussten für alle Produkte, welche wir einführten, die deutsche MWST berappen, was bei 19% nicht gerade ein Pappenstiel ist. Der administrative Kram war übersichtlich, doch kann nicht immer auf gut gesinnte Zollbeamten gezählt werden. Also entschieden wir uns für die Messe in Stuttgart für ein anderes Vorgehen.
Dank etwas mehr Vorbereitungszeit für die Blickfang konnten wir verschiedene Optionen prüfen. Nach Rücksprache mit mehreren Speditionen und der Handelskammer beider Basel schien es, als hätten wir die optimale Lösung gefunden: ein Carnet ATA war der gemeinsame Konsens.
Die Idee hinter dem Carnet ATA ist, dass man in einer detaillierten Liste aufführt, welche Waren man Ein- und wieder Ausführen möchte. Diese Liste lässt man 4x kontrollieren/stempeln (Ausfuhr aus der Schweiz (CH Zoll), Einfuhr Deutschland (DE Zoll), Wiederausfuhr Deutschland (DE Zoll), Wiedereinfuhr Schweiz (Zoll CH)). Bei uns würde zwar eine Differenz zwischen Ein- und Ausfuhr resultieren, doch diese Differenz sollte man ziemlich einfach verzollen können. Was in der Theorie einfach klingt, war in der Praxis leider alles andere als trivial: “Blickfang Stuttgart 2010”
Fazit: Das Carnet ATA mag prima funktionieren, wenn man wirklich alles Waren wieder ausführt, welche man zuvor einführt. Resultiert am Ende eine Differenz, kann die Verzollung leider nicht selber vorgenommen werden, was zusätzliche Kosten verursacht. An dieser Stelle möchten wir uns nochmals bei Gondrand für den unkomplizierten (aber natürlich nicht kostenlosen) Support bedanken.
Unsere Learnings: Leider haben wir den Stein der Weisen noch nicht gefunden. Es scheint so zu sein, dass es für das oben genannte Problem keinen Weg gibt, wie man die Ware selber legal und mit verhältnissmässigem Aufwand und Kosten an einer Messe im Ausland ausstellen und wieder in die Schweiz transportieren kann. Will man keinen Ärger haben, engagiert man am besten einen Spediteur.
Interessante Links zum Thema Import/Export:
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